Die Wohngemeinnützigkeit wurde 2025 als zentrales Instrument eingeführt, um langfristig bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu schaffen. Sie soll eine neue Säule neben dem klassischen sozialen Wohnungsbau bilden und für dauerhaft günstige Mieten sorgen.

Doch meine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zeigt nun: Es fehlt an grundlegenden Daten, klaren Zielen und konkreten Förderinstrumenten. Die Antwort aus dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ist ernüchternd. Weder gibt es einen belastbaren Überblick über das neu geschaffene Segment der Wohngemeinnützigkeit, noch scheint geplant zu sein, diesen zeitnah zu entwickeln. Besonders deutlich wird das bei der Frage, wie viele Unternehmen die neue Regelung überhaupt nutzen. Hierzu liegen der Bundesregierung keine Zahlen vor. Auch ob solche Daten künftig erhoben werden sollen, bleibt offen. Damit fehlt eine zentrale Grundlage, um die Wirksamkeit der Wohngemeinnützigkeit überhaupt bewerten zu können.

Neben dem fehlenden Überblick wird ein weiteres Problem deutlich: Es gibt keinen erkennbaren Plan zur Förderung der Wohngemeinnützigkeit. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wurde ausdrücklich vereinbart, Investitionszuschüsse für diesen Bereich einzuführen. Doch konkrete Konzepte oder Zeitpläne kann die Bundesregierung bislang nicht vorlegen. Auch darüber hinaus sind keine weiteren Förderinstrumente absehbar. Wichtige Fragen zur finanziellen Unterstützung, zur Ausgestaltung von Programmen oder zur Einbindung bestehender Förderstrukturen bleiben unbeantwortet. Selbst die Ergebnisse eines bereits Mitte 2025 durchgeführten Expert*innenworkshops wurden bislang nicht veröffentlicht.

Während die Wohngemeinnützigkeit damit politisch auf der Stelle tritt, verschärft sich die Lage im sozialen Wohnungsbau weiter. Nach Einschätzung der Bundesregierung werden in den kommenden Jahren jährlich rund 55.000 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Das bedeutet: Selbst wenn neue Wohnungen gebaut werden, schrumpft der Bestand an gebundenem Wohnraum weiter oder stagniert bestenfalls. Deshalb brauchen wir endlich einen Systemwechsel zu dauerhaft bezahlbarem Wohnraum!