Foto: Susanne Hartung

Zwischen sozial und ökologisch gehört kein „oder“

Ich will nicht akzeptieren, dass zwei von drei Kindern im Gesundbrunnen in Armut aufwachsen. Dass ihnen Teilhabe genommen wird. Und ich will auch nicht akzeptieren, dass die Zukunft meiner Generation – und der kommenden – verspielt wird: Viel zu oft werden Entscheidungen von Menschen getroffen, die die Konsequenzen ihres Handelns nicht mehr miterleben werden. Besonders deutlich wird das in der Klimapolitik. Wir brauchen Veränderung!

Ich bin 27 Jahre alt. Ich will, dass Berlin-Mitte auch in 50 Jahren noch ein lebenswerter Bezirk istDie grundlegende Veränderungen, die dafür nötig sind, können wir im Bezirk und im Land nicht alleine stemmen. Dafür brauchen wir Rückenwind von der Bundesebene.

Wir müssen dafür sorgen, dass jedes Kind die Chance auf Teilhabe und Entfaltung bekommt

Momentan leben in Mitte 25.000 Kinder in Familien, die Hartz IV beziehen. Das sind 41% der Kinder. Es gibt große regionale Unterschiede in unserem Bezirk. Zwei von drei Kindern, die Euch in Gesundbrunnen begegnen, haben öfter Hunger als andere und müssen hoffen, dass das Geld im Winter für eine dicke Jacke reicht.

Wir wissen: Hartz IV verhindert Teilhabe. Konkret bedeutet das, kein Geld zu haben, um mit seinen Freund*innen im Alhambra ins Kino zu gehen. Oder dass die Klassenfahrt leider ohne die besten Freund*innen stattfindet. Ich setze mich für eine eigenständige Kinder- grundsicherung ein, um Kinderarmut zu bekämpfen und Teilhabe zu ermöglichen!

Dabei unterstütze ich den bündnisgrünen Vorschlag für eine Kindergrundsicherung: Sie umfasst einen Garantie-Betrag für alle Kinder, der automatisch ausgezahlt würde. Damit können endlich auch in verdeckter Armut lebende Kinder erreicht werden. Um Kinder in Familien mit geringem oder keinem Einkommen speziell zu fördern, sieht sie einen variablen Garantie-Plus-Betrag vor. Das sichert das Existenzminimum.

Was es auch braucht, sind gute Schulen und vor allem solide ausfinanzierte Träger der Kinder- und Jugendarbeit. Hier erleben Kinder Gemeinschaft und Bestärkung, können ihre Freizeit eigenständig gestalten. Viele Projekte haben schon heute Kinderräte, in denen Kinder eigenständig entscheiden können. So bilden wird die Demokrat*innen von morgen. Diese tollen Einrichtungen, wie zum Beispiel der Telux im Wedding, gehören zur Grundversorgung für Kinder und müssen auch entsprechend finanziert werden.

Die Weichen für die Kindergrundsicherung werden auf der Bundesebene gestellt. Die Umsetzung anderer Teilhabemöglichkeiten erfolgt teilweise im Land und teilweise im Bezirk. Zusammen können wir viel erreichen!

Wir brauchen einen sozial-ökologischen Umbau unseres Bezirks und aller Städte in Deutschland

Wir sind in der letzten Phase, um die Klimakrise noch eindämmen zu können. Jetzt müssen wir entschlossen handeln und schnell agieren. Wir werden anders bauen müssen, die Verkehrswende beschleunigen und unsere Energie muss erneuerbar sein.

Anpassungen an die Veränderungen des Klimas können wir nicht mehr umgehen. Die letzten Hitzesommer haben das eindringlich gezeigt. Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird Berlin in 30 Jahren 8 Grad wärmer sein als jetzt. Das entspricht dem Klima von Canberra, Australien. Berlin-Mitte ist darauf nicht vorbereitet: Viel zu viel Beton und Asphalt, die im Sommer zu Hitzeinseln werden und zu wenige Grünflächen, die Kühlung bringen.

Abkühlung ist auch eine soziale Frage: Viele Menschen in kleinen, schlecht isolierten Wohnungen sind auf intakte Grünflächen angewiesen, weil sie keinen eigenen Garten oder Balkon haben. Die Hebel für den sozial-ökologischen Umbau der Städte werden auf Bundesebene bewegt.

Ich will im Bundestag für ein Förderprogramm für den sozial-ökologischen Umbau der Städte kämpfen, das Grünzüge und Gebäudegrün, aber auch mehr Wasser möglich macht: Ich will, dass die Müllerstraße von Bäumen gesäumt ist. Dass auf dem Karstadt am Leo Photovoltaikanlagen stehen. Dass Fassaden begrünt werden. Ich will, dass wir in Moabit mit dem Rad durch schattige Baumalleen fahren, statt durch Beton- und Asphalt-Schluchten. Wie wäre es mit Bäumen, Sitzgelegenheiten und Wassersprenklern in der Tucholskystraße? Da können wir uns die „coolen Straßen“ in Wien als Vorbild nehmen.

Ich weiß, dass im Bezirkswahlprogrammprozess und in den verschiedenen AGn viele Ideen gesponnen werden, wie man unseren Bezirk lebenswerter machen kann. Eure Ideen möchte ich auf Bundesebene sichtbar machen und mit euch an ihrer Umsetzung arbeiten!

Ich bin überzeugt, dass der sozial-ökologische Umbau unserer Städte auch einen Beitrag gegen die Spaltung unserer Gesellschaft leistet. Verkehrsberuhigte Straßen, begrünte Hinterhöfe und Sitzbänke unter Bäumen schaffen Möglichkeiten uns im öffentlichen Raum zu begegnen.

Wir haben als Gesellschaft eine wahnsinnig große Aufgabe vor uns, Rassismus, Sexismus und Rechtsextremismus zu bekämpfen. Es braucht viele Maßnahmen, auf allen Ebenen. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass wir miteinander im Gespräch bleiben.

Berlin-Mitte ist einer der urbansten Bezirke Deutschlands. Er könnte Vorbildcharakter für den Umbau anderer Städte entwickeln. Lasst ihn uns gemeinsam umbauen, resilienter, gerechter, grüner!

Hanna für Berlin-Mitte

Als Direktkandidatin aus Mitte will ich im Bundestag gegen Kinderarmut und für den sozial- ökologischen Umbau unseres Bezirks kämpfen.

Durch meinen Job kenne ich die Prozesse und Akteure im Abgeordnetenhaus und im Senat. Ich bin Eure Sprecherin für Klimaschutz in der BVV und seit 4 Jahren im Landesvorstand. Ich bin Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit und Soziales. Ich merke immer wieder, wie wichtig es ist, dass Bund, Land und Bezirk gut zusammenarbeiten, damit wir am Ende auch Veränderungen bewirken und uns nicht in komplizierten Abstimmungen verlieren. Mit meinen Kenntnissen der Bezirks- und Landesebene möchte ich auf der Bundesebene unsere gemeinsamen Ziele unterstützen.

Ich bin auch Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen, weil wir eine feministische Partei sind. Ich bin fest überzeugt, dass wir verschiedene Perspektiven brauchen, um gemeinsam gute Entscheidungen treffen zu können. In den letzten 20 Jahren haben wir als Partei ausschließlich Männer als Direktkandidaten für Berlin-Mitte aufgestellt. Es ist höchste Zeit, dass wir endlich eine Frau* nominieren.

Ich trete an, um diesen Wahlkreis direkt für uns zu gewinnen und um diesen lebenswerten Bezirk zu erhalten. Ich will Berlin-Mitte im 20. Deutschen Bundestag vertreten.

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