In Deutschland fehlen derzeit rund 2,5 Millionen barrierefreie Wohnungen. Für Millionen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen bedeutet das jeden Tag: Stufen statt Teilhabe. Dennoch plante die schwarz-rote Koalition, das erfolgreiche Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ zu streichen – das hat eine Kleine Anfrage ergeben, die ich an die Bundesregierung gestellt habe. 

Doch eines ist für mich völlig klar: Wer den demografischen Wandel ernst nimmt, darf Barrierefreiheit nicht als Luxus behandeln. Aus Kostengründen an diesem Programm zu sparen, wäre der komplett falsche Ansatz gewesen. Zwar können im sozialen Wohnungsbau ebenfalls barrierefreie Modernisierungen gefördert werden, aber das reicht bei Weitem nicht aus. Die Antworten auf meine Anfrage zeigen: 2023 und 2024 wurden dort lediglich 3.644 barrierefreie Wohneinheiten gefördert – ein Tropfen auf den heißen Stein. Zum Vergleich: Im Programm „Altersgerecht Umbauen“ gab es im gleichen Zeitraum über 85.000 Zuschüsse für barrierefreie Umbauten. 

 Deshalb brauchen wir ein verlässlich finanziertes Förderprogramm für barrierefreies und altersgerechtes Umbauen. Nur so können Menschen – unabhängig von Alter oder Einschränkung – selbstbestimmt wohnen und in ihrem eigenen Zuhause bleiben. Andernfalls treibt die Bundesregierung viele unnötig in ein ohnehin überlastetes Pflegesystem. 

Ich habe mich deshalb bereits in meiner Haushaltsrede im September klar für die Fortführung von „Altersgerecht Umbauen“ eingesetzt. Und wir Grüne haben auch in den Haushaltsverhandlungen intensiv dafür gekämpft – mit Erfolg. Opposition wirkt. Das Programm wird weitergeführt, und es können wieder Anträge für den barrierefreien Umbau des eigenen Zuhauses gestellt werden. Das zeigt: Dran bleiben für die Menschen in diesem Land lohnt sich!